Tierwelt


Ich hoffe mein letzter Blogeintrag hat nicht den Eindruck erweckt, wir seien an Alaskas Tierwelt hauptsächlich kulinarisch interessiert. Einige würden gar nicht in unsere Kochtöpfe hineinpassen, z.B. wären wir mit einem Buckelwal komplett überfordert. Der kann also zu Dutzenden unbesorgt um unsere Muktuk herum schwimmen, erst durch seinen Blas auf sich aufmerksam machen, dann seinen Rücken und schließlich beim Abtauchen, wenn man Glück hat – seine Fluke zeigen.

Bei einer anderen Tierart haben umgekehrt eher wir die Sorge, auf ihrem Speiseplan zu landen: die Braunbären. Der Kodiak-Bär, eng verwandt mit dem Grizzly und nach dem Eisbären der zweitgrößte Bär überhaupt, ist hier weit verbreitet. Wenn man an Land geht, sieht man fast überall Anzeichen dieser Tiere. Fußspuren in Sand oder Schlamm, ausgetretene Pfade im Gebüsch, abgefressene Beerensträucher, halbe zerrissene Lachse, Kothaufen.

Die Bären selbst haben wir auch schon ein paar Mal gesehen. Zuerst weit weg in einer Lagune vom Dinghy aus, und dann mehrfach von einem wunderschönen Ankerplatz aus, wo wir einem recht jungen Bären auf seinem abendlichen Spaziergang an Strand und Bach zusehen konnten. Er versuchte auch, Lachse zu fangen, stellte sich aber nicht so geschickt an und hatte keinen Erfolg. Na ja, er ist ja noch jung und wird das schon noch lernen. Wir sind fasziniert von der Bewegung der Bären: sie sind zwar tapsig, aber auf majestätische Weise.

Bei Landgängen im Bärengebiet beachten wir die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen. Wir sind mit einem Bärenspray ausgerüstet, ein Gewehr haben wir (noch) nicht. Die Bären sind normalerweise nicht aggressiv (Mütter mit Jungen ausgenommen) und derzeit dank der reichlich vorhandenen Lachse auch nicht hungrig. Sie gehen den Menschen also eher aus dem Weg, man muss nur darauf achten, sie nicht zu überraschen. Statt ständig laut zu reden oder zu singen, haben wir unseren Bluetooth Lautsprecher und Musik vom Handy dabei. Schon seltsam, beim Spazierengehen lautstark Bruce Springsteen, Anna Netrebko oder Christina Aguilera zu hören, aber wenn’s die Bären vertreibt…

Dann wäre noch der Weißkopfseeadler (bald eagle) zu erwähnen. Er ist hier allerdings in solchen Massen vertreten und oft auch ziemlich zerzaust, so dass er oft nicht ganz so majestätisch wirkt wie auf dem Wappen der Vereinigten Staaten.

Dafür sieht der Papageientaucher immer perfekt frisiert aus. Er hat zwar etwas Mühe beim Abheben und ist ein wenig kamerascheu, aber wir freuen uns immer, wenn wir einen dieser bunten Gesellen sehen.

Auf einigen Inseln gibt es Wildpopulationen von Pferden und Rindern, Überreste einer versuchten Bewirtschaftung, die sich dann doch als unrentabel erwies. Und gegen aufgebrachte Bullen, die uns als Eindringling auf ihrem Grundstück betrachten, hilft auch kein Bärenspray – da ist Abstand halten angesagt.

Meist ist es aber ganz friedlich. Robben stecken ihre Köpfe aus dem Wasser, um uns beim Fischen zuzusehen. Abends läuft ein Füchslein am Strand herum. Am frühen Morgen steht ein Reh am Hang. Wir sind in Alaska, wo man das Gefühl hat, dass der Mensch nur zu Gast ist.

Schwelgen im Überfluss

Vielleicht liegt es ja an uns. Oder ist es Zufall? Jedenfalls: nach Japan als dem Land der höchsten kulinarischen Raffinesse haben wir mit Alaska das Land des kulinarischen Überflusses erreicht. Oder um es mit Karl zu sagen: Du hast hier ein Problem – von allem zu viel.

Das geht natürlich mit dem Fisch los. Wirft man an der richtigen Stelle den richtigen Haken ins Wasser (Danke, Jan), dauert es kaum eine Minute bis zum ersten Anbiss. Rockfisch mit seinem zarten Fleisch, saftiger Dorsch oder eine Flunder. Und an so einem Dorsch isst man schon mal locker fünf Mal. Die größten Überfluss-Probleme hat man beim Heilbutt, denn der kann gerne seine zehn oder fünfzehn Kilo auf die Waage bringen. In den Bächen schwimmen Forellen und Arctic Char, eine Art Saibling.

Und natürlich der Lachs, Alaskas schwimmendes Wahrzeichen. Zur Zeit tummeln sich die Lachse vor jeder Bachmündung und wollen ins Süßwasser hinaufschwimmen, um dort zu laichen. Noch im Salzwasser wartend, stehen die Fische so dicht, dass man sie mit einem durchs Wasser gezogenen Haken am Körper oder an einer Flosse erwischen und an Land oder ins Beiboot ziehen kann. Keine sportliche Herausforderung, aber gebraten, geräuchert oder gebeizt einfach köstlich. Meist fangen wir Pink Salmon, die „besseren“ Sorten (Red oder Silver Salmon) bekommen wir von Fischern geschenkt, die zur Zeit die streng regulierten Fangzeiten nutzen.


Aber nicht nur Fisch ist im Überfluss vorhanden. Ein befreundeter Jäger war sehr erfolgreich bei der Jagd auf Karibu – prompt bekamen wir so viel köstliches Wildfleisch, dass wir es selbst mit Hilfe unseres Besuchs kaum aufessen konnten. In einer Bucht lernen wir einen Schafzüchter kennen und helfen ihm beim Zerlegen und Verpacken einiger Lämmer. Prompt landen etliche Kilo Koteletts in unserem Kühlschrank – wer soll das alles essen?

Für die Beilagen und den Salat wachsen so allerlei Wildkräuter. Noah und Alexandra bringen uns bei, was man alles sammeln und essen kann. Vom Scurvy Gras, das früher Arktis-Expeditionen vor dem Skorbut bewahrt hat und sowohl als Gemüse als auch zum Pesto taugt, über diverse Salatpflanzen, wilder Senf, essbare Blumen bis hin zu diversen Algensorten, die frisch, getrocknet oder sauer eingelegt verzehrt werden können.

Ist nach all den Hauptmahlzeiten vielleicht noch ein Nachtisch gefällig? Die Inseln sind voll von Salmonberries, am besten frisch vom Strauch, aber es wachsen so viele davon, dass wir sie für Kuchen und Kompott sammeln. Blaubeersträucher und wilde Erdbeeren runden die Dessertpalette ab. Verhungern werden wir vorläufig wohl nicht.


Adak und die Aleuten

Schaut man sich die Landkarte an, bilden die Inseln der Aleuten (Wikipedia) eine langgezogen Kette, die durch die Kamchatka-Halbinsel mit Japan verbunden ist. Geologisch gesehen gehören sie zum großen Pazifischen Feuerring und bei gutem Wetter kann man von Adak schon mal einen der wunderschönen schneebedeckten Vulkanberge deutlich erkennen.

Es war einer der wenigen sonnigen Tage auf den Aleuten – den wir allerdings teilweise damit verbrachten, die Bilgen nun komplett vom Salzwasser zu befreien und mit Süßwasser nachzuspülen. Zwischendurch aber konnten wir in der Sonne an Deck sitzen und mit unseren Nachbarn gemütlich Kaffee trinken.

Auf Adak befand sich bis etwa 1995 eine große Siedlung des US-Militärs mit oberirdischen Wohnblocks und Reihenhäusern, einem Krankenhaus, Grundschule und Highschool und weitläufigen unterirdischen Anlagen. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde alles aufgelassen und die Militärs mit ihren Familien abgezogen. In den Häusern sind die Möbel noch alle da, Autos stehen in den Einfahrten und verrosten, alles verrottet und verfällt nur sehr langsam.

Ein paar Menschen leben schon noch da, vorwiegend Aleuten oder Unangan/Unangas, wie sie sich selbst nennen. (Aleuten_Wikipedia) Hier und auf einigen anderen Inseln der Aleuten lebten sie viele Jahrhunderte lang ungestört und hatten sich auf bewundernswerte Weise an diese unwirtliche Umgebung angepasst. Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts Pelzjäger aus Russland feststellten, dass auf den Inseln ein Vermögen gemacht werden konnte mit der Jagd auf Seerobben und Seeottern. Dass es den Einheimischen dabei nicht gut erging, zeigt die Geschichte jedes Mal wieder… Und als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten und eine Invasion Japans befürchteten, beschlossen sie, die kleinen Dörfer mit teilweise nur um die 100 und weniger Einwohnern zu evakuieren. Sie wurden zwangsumgesiedelt, die Dörfer samt ihren Kirchen dem Erdboden gleich gemacht, um den Japanern nichts als verbrannte Erde zu hinterlassen. Eine heute für uns nicht mehr ganz nachvollziehbare Handlung. Nach dem Ende des Krieges wurden nur noch wenige der Dörfer wieder aufgebaut.

Zwei Tage blieben wir in Adak, füllten Diesel und Wasser wieder auf und nutzen das gute Wetter, um mit den beiden Booten ostwärts von Bucht zu Bucht zu ziehen, eine schöner und malerischer als die andere. Diese Gegend nahm uns sofort für sich ein, war es die Einsamkeit, das auf den ersten Blick Karge und Wilde? Die explodierende Natur im Sommer, wo die Tage ewig lang sind und alles in einer rasenden Geschwindigkeit wächst? Der Fischreichtum, die vielen wilden Tiere, die wir täglich beobachten konnten? Neblige Tage wechselten sich ab mit weniger nebligen, für die Ausflüge an Land brauchten wir Regenhose und Gummistiefel, an unserem ersten Grillplatz hatten wir Mühe, das nasse Holz zum Brennen zu bringen, nur ab und zu hatten wir Sonne und trotzdem fanden wir es schön! Ab und zu begegneten wir einem Fischerboot und noch seltener einem der anderen Segelboote, die auch in dieser Saison den Weg von Japan hierher gefunden hatten.

Nach diesen wundervollen Tagen war für uns klar, dass wir versuchen wollen, in der nächsten Saison noch einmal diese Inseln von Unalaska über Umnak, Atka und Adak zu besuchen.

Irgendwann mussten wir aber doch wieder in die Zivilisation zurück, zumindest für ein paar Tage und das war Dutch Harbor, wo wir uns offiziell im Lande anmelden wollen.

Kräuter und Salatpflanzen

Von Japan nach Alaska

Shimoda 7. – 12. Juni 2019

Japan hat uns dann doch nicht so schnell losgelassen…

Eigentlich wollten wir von Wakayama am Ausgang der großen Bucht von Osaka nach Alaska starten, doch wie so oft änderte sich die Wettervorhersage: Ein Tief, das mehr Wind mit sich brachte, als ursprünglich angekündigt und Wellen von bis zu 4m. Das wollten wir uns für die ersten Tage auf See nicht unbedingt zumuten. Also beschlossen wir, erst einmal die Küste entlang Richtung Norden zu fahren, das Tief in einer sicheren Bucht vorbei ziehen zu lassen und auf ein besseres Wetterfenster zu warten. Unsere Segelfreunde von der Rally versorgten uns noch mit vielen guten Tipps für Marinas und Häfen entlang der Küste bis zur Bucht von Tokyo.

Zwei Tage später erreichten wir am frühen Morgen Shimoda. Beim empfohlenen Steg an der Flussmündung war die Wassertiefe für die Muktuk nicht ausreichend, so dass wir zum gegenüberliegenden Fischereihafen fuhren. Während wir dort anlegten, halfen uns zwei Männer mit den Leinen. Der eine ein Fischer vom Boot nebenan und der andere, Sato San, der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft, er kam gerade mit dem Auto zur Arbeit angefahren. Auf unsere vorsichtige Frage, ob wir ein paar Tage hier bleiben könnten, nickte er begeistert. Ja, sicher! Und der Fischer ebenfalls und zeigte uns unaufgefordert, wo der große Wasserschlauch sei. Und für Diesel würden sie die Tankstelle für uns anrufen und den Tankwagen bestellen, alles kein Problem! Sato San bat uns, mit ihm einen Grüntee im gegenüberliegenden Lokal der Fischereigenossenschaft zu trinken. Ob wir denn japanisches Essen und ob wir rohen Fisch mögen würden? Und lud uns für später zum Mittagessen ein, zu einem kleinen Sushi-Restaurant im Ort. Selbst nach mehr als drei Monaten in Japan waren wir immer noch und auch dieses Mal überwältigt von der Gastfreundschaft und der Fürsorge der Menschen. Da kommt so ein fremdes Boot, belegt Liegeplatz im Fischereihafen und wird dafür so fürstlich begrüßt und willkommen geheißen!

Shimoda ist ein gemütlicher Ort, mit einem schönen historischen Ortskern, hier wurde ein wichtiges Kapitel der japanischen Geschichte geschrieben: Commodore Matthew Perry kam mit vier Schiffen aus den USA und erzwang im Jahr 1854 die Öffnung des Hafens von Shimoda und damit auch die Öffnung Japans nach seiner 200jährigen Isolation. Die vier „schwarzen Schiffe“ sind heute in Skulpturen und in den schmiedeeisernen Verzierungen der Brücken verewigt und in der Bucht fährt ein Nachbau eines dieser Schiffe Touristen spazieren. Auch wird jährlich eine Woche lang das Fest der amerikanisch-japanischen Freundschaft gefeiert.

Nach ein paar Tagen sieht das Wetter wieder besser aus. Die Beamten vom Zoll kommen zu uns an Bord für die nötigen Papiere, und unsere Muktuk wird zollrechtlich wieder in den Status eines ausländischen Bootes versetzt. Die Einwanderungsbehörde befindet sich allerdings in Shizuoka, gut drei Stunden mit dem Zug entfernt und da müssen wir persönlich hinfahren, um den nötigen Ausreisestempel in den Pass zu bekommen. So fühlen wir uns noch einmal wie Touristen, die Zugstrecke ist landschaftlich sehr schön, sie führt erst an der Küste entlang und später auch am berühmten Berg Fuji. Der ist aber an diesem Tag komplett in den Wolken versteckt. Wir setzen ihn daher einfach auf unsere Liste der Gründe, weshalb wir unbedingt noch einmal nach Japan zurück wollen…

Dieser Abschied in Raten fällt uns nicht leicht: ein letztes Mal essen gehen; noch einmal in den Onsen; ein letztes Mal im Supermarkt einkaufen und überlegen, ob wir wirklich genügend Thunfischflocken, getrocknete Algen, Miso und Sojasauce an Bord haben. Aber nun steht die Abreise fest, wir müssen und wir wollen los.

Überfahrt 12. Juni – 4. Juli 2019

Den ersten Tag und die erste Nacht auf See müssen wir noch sorgfältig Ausguck gehen, denn auch hier an diesem Küstenabschnitt Japans herrscht dichter Schiffsverkehr. Wir erreichen den Kushiro-Strom, der uns ein Stück weit nordöstlich mit schiebt. Wärme haben wir durch ihn auch noch eine ganze Weile. Dann kommt das erste Tief, das uns wie in einer Waschmaschine mehr als zwei Tage lang gut durchschüttelt. Wir wollen erst einmal soweit es geht östlich segeln, um noch länger im Warmen zu bleiben, aber das zweite Tief schiebt uns doch mehr nach Norden hoch. Die ersten Albatrosse tauchen auf. Wir schauen in unserem Buch über Meeresvögel nach und wirklich, es gibt im Nordpazifik ebenfalls ein paar Arten dieser schönen elegant über die Wellen streichenden Vögel: der Laysan- und der Schwarzfußalbatross sowie der sehr seltene Kurzschwanzalbatross. Allerdings sind sie auch sehr gefräßig und wenn endlich mal ein Fisch an der Angel hängt, muss Andreas diesen schnell einholen, bevor die Albatrosse mit ihren scharfen Schnäbeln auf ihn einhacken.

Nach und nach wird die Wassertemperatur kälter, nach zwei Wochen sind es nur noch 6 Grad Celsius und auch im Boot sinken trotz guter Isolierung die Temperaturen, wir fangen an zu frieren. Erst holen wir die Wollsocken und dicken Pullover hervor, nehmen zum Schlafen eine zusätzliche Decke, um uns aufzuwärmen. Und auch tagsüber sitzen wir dick eingepackt in der Messe und fragen uns, warum wir eigentlich in diese unwirtliche Gegend wollten, wo doch der Sommer in Japan so angenehm warm war. Leider funktioniert unsere Webasto (Heißluft-Heizung) nicht mehr. Nur wenn der Wind weg ist und wir unter Motor fahren, wird es mit der Motorheizung im Schiff kuschelig warm.

Kondenswasser bildet sich an den Fensterscheiben, so dass wir jetzt schon die Doppelverglasung einbauen: dünne Plexiglasscheiben, die wir noch in Neuseeland passend zugeschnitten besorgt hatten, bekleben wir mit Schaumstoffstreifen an den Rändern und setzen sie ein.

Gibt es eigentlich Überfahrten ohne irgend eine Reparatur? Eigentlich nicht! Am ersten Tag riecht es so komisch nach verbranntem Öl aus dem Motorraum, die Dichtung am Ventildeckel hat ein Leck. Wie gut, dass wir eine Ersatzdichtung haben. Viel mehr Sorgen macht uns allerdings die Wellendichtung. Sie war sowieso schon stark gespannt und ist nun vermutlich durch die Kälte spröder geworden, jedenfalls lässt sie bei starkem Wellengang immer wieder einen Schwall Seewasser durch. Und Wasser im Schiff will man nun wirklich nicht haben. Andreas denkt sich eine kompliziert aussehende, aber sehr wirkungsvolle Seilkonstruktion aus Gummizügen aus, mit der der Wassereintritt erst einmal gestoppt ist. Durch die Schaukelei hat sich aber das Wasser aus den Motorbilgen auf alle anderen verteilt, also müssen wir mit dem Staubsauger ran. Bilgen ausräumen, Bierflaschen, Plastikdosen und Kanister abwaschen, aussaugen. Und das alles in einem schaukelnden Boot.

Die Liste wird täglich länger: die Zahnräder aus Plastik an der Steuerung des Autopiloten sind schon wieder abgerieben und das nach gerade mal drei Monaten, am Arduino ist ein Sensorblock ausgefallen, die Ruderanlage braucht Nachschub an Hydrauliköl und so weiter.

Der von allen Seglern so gefürchtete Nebel bei den Aleuten begleitet auch uns ein paar Tage lang. Manchmal sehen wir die Sonne von oben, geradeaus aber dichte Nebelbänke. Immer wieder lassen wir das Radar laufen, über AIS sind wir für die großen Containerschiffe auch sichtbar. Aber wir sind so weit abseits der gängige Schiffsrouten, dass wir auch schon mal eine Woche lang kein einziges Schiff sehen.

Das dritte Tief gibt uns den letzten Schub Richtung Norden und nun zählen wir die Meilen runter, rechnen aus, an welchem Tag wir ankommen könnten. Nun müssen wir nur noch den Pass der Kagalaska Strait bei der Insel Adak rechtzeitig bei Stillwasser erreichen. Der Motor schiebt mit, wir schaffen es.

Langsam schält sich am Morgen die Insel Adak aus dem Nebel heraus. Grün! Haben wir jemals so ein tiefsattes Grün gesehen? Oder kommt es uns so intensiv vor, weil wir so viele Tage lang nur blaugraue Töne vor Augen hatten? Nasse dunkle Felsen, tief hängende Wolken und dazu diese grünbedeckten Hügel! Eine wilde Landschaft, gänzlich ohne Bäume und Sträucher, wir können uns nicht sattsehen daran.

Nachdem wir durch den Pass mit einer Rekordgeschwindigkeit von stellenweise bis zu 11 kn gesaust sind, hängen wir uns ans Funkgerät: „Muktuk, Muktuk, hier ist Muktuk!“ Wie lange haben wir auf diesen Funkspruch gewartet!

Unsere Freunde von der anderen Muktuk liegen schon seit ein paar Tagen im Small Boat Harbor und nehmen am Nachmittag unsere Leinen an. Wir machen längsseits bei ihnen fest und sind glücklich, die Überfahrt nach 24 Tagen auf See geschafft zu haben, vor der wir so großen Respekt hatten und die wir dann doch so gut überstanden haben. Und vor allem sind wir überglücklich, unsere Freunde nach drei Jahren endlich wieder zu sehen! Nachdem Rasmus, die Muktuk und wir alle einen Schluck Whisky auf die gute und sichere Ankunft bekommen haben, wechseln wir auf die andere Muktuk über, wo wir mit einer Flasche Sekt und einem köstlichen Gulasch verwöhnt werden. Zu unserer großen Überraschung gibt es dazu einen grünen Salat mit Kräutern und Blumen von der Wiese nebenan, herrlich! Wir haben uns so viel zu erzählen und freuen uns sehr darauf, dass wir noch ein paar Tage miteinander in dieser Gegend segeln werden.

 

Ankunft in Alaska

Nur eine kurze Info, damit ihr euch nicht wundert, was mit uns passiert ist. Wir sind vor einem Monat wohlbehalten auf den Aleuten angekommen, hatten aber bisher kein Internet für den Blog.

Auch jetzt machen wir nur einen kurzen Zwischenstopp in Sand Point, wo wir wenigstens diese paar Zeilen hochladen können. Wir holen unsere Berichte aber sicher nach – versprochen. Sie werden von Freunden handeln und von der reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt, die sich größtenteils als außerordentlich schmackhaft erweist. Als kleiner Ausblick: Karibus, Schafe, Wale, Papageientaucher, Weißkopfadler, Dorsch, Heilbutt, Saiblinge, Blaubeeren, Erdbeeren, Salmonberries (eine Mischung aus Brom- und Himbeere), Pilze, Braunbären und natürlich Lachse, Lachse und Lachse.

In zwei bis drei Wochen sollten wir Kodiak erreichen, dort gibt es mehr Internet und wir melden uns wieder. Auch über Pactor-Email sind wir derzeit leider nicht erreichbar. Die Amis haben beschlossen, dem größten Teil der europäischen Amateurfunker die Nutzung amerikanischer Winlink-Stationen für den Empfang und Versand von regulären Emails zu sperren. Nur Wetter und Mails anderer Winlink-Stationen funktionieren noch.

Vorhang zu

Das war’s erst einmal mit Japan. Wir sind unterwegs nach Alaska. Und weil selbst die Vorhänge in Japan so schön waren, verabschieden wir uns mit ein paar davon:

Ichimonji Yacht Club

29. Mai – 03. Juni 2019

Am Tag nach der Rally tuckern wir los in Richtung Osten, wir folgen der Einladung unserer Mitsegler vom Katamaran „March“, sie in ihrem Yachtclub zu besuchen und dort die letzten Vorbereitungen für die Abfahrt nach Alaska zu erledigen.
Wir melden uns per Funk, als wir in der Nähe sind und schon kommt uns das Dinghi des Clubs entgegen, um uns hinein zu geleiten. Die Muktuk ist für diesen Hafen eigentlich etwas zu groß, daher müssen wir mit dem Heck zum Land anlegen und vorne den Anker als weitere Sicherung rauswerfen. Ein kniffliges Manöver, denn die Muktuk fährt rückwärts wie sie will, mal so mal andersrum.
Wir sind in einem privaten Yachtclub mit etwa 50 Mitgliedern, die Boote liegen alle in einer Reihe an dem Schwimmsteg. Die Anlage mit Küche, Gemeinschaftsräumen, Werkstatt, Duschen und die Stege – alles ist in Eigenarbeit liebevoll aufgebaut worden. Und es hängt uns zu Ehren eine funkelnagelneue deutsche Flagge aus! Aber das ist noch nicht alles: wir dürfen die Waschmaschine nutzen, die Fahrräder für die Fahrten zum Supermarkt in die Stadt nehmen und am Samstag wird eine „welcome party“ für uns organisiert! Wir sind überwältigt und sprachlos von so viel herzlichem Willkommen!

Wir werden gleich am ersten Abend auf Georgettes Boot eingeladen, und wieder sitzen wir in vertrauter Runde zusammen, mit unseren Mitseglern von der Rally. Am übernächsten Tag lädt uns Shitsukawa-San zu einem Lokal ein, das traditionelles Kushikatsu anbietet, allerlei Leckereien paniert und in heißem Öl ausgebacken.
Georgette fährt uns am Samstag mit ihrem Auto zu den Supermärkten, damit wir die schweren und voluminösen Sachen für die nächsten drei Monate einkaufen können. Vorher haben wir schon lange Listen geschrieben und in den Supermärkten geschaut, was es wo zu kaufen gibt. So sind wir auch in knapp zwei Stunden fertig und das Auto bis oben hin voll mit Kartoffeln, Möhren, Klopapier, Reis, Mehl, Zucker, Sake, Bier und Vieles mehr. Im Club angekommen lassen die Segler alles stehen und liegen und packen mit an: innerhalb von zehn Minuten ist das Auto ausgeräumt und die Sachen alle an Deck!
Am frühen Abend startet dann die Party: Jun-San, die mit ihrem Mann an zwei Wochenenden der Rally auch mit dabei war, hat ein paar Boxen mit vielen verschiedenen kleinen Häppchen vorbereitet. Es sind Holzschalen, die man übereinander stapelt und in einem schönen Tuch transportiert. Wenn an Neujahr die Familien zusammen kommen, bringt jeder solche Boxen mit. Jun-San wollte uns sehr gerne dieses traditionelle Essen präsentieren. Schön sieht es aus und köstlich ist es noch dazu! Es wird gegrillt, Steak, Gemüse, Teigtaschen und Okonomiyaki. Wir sitzen an den Tischen draußen und genießen die Abendsonne, die langsam über dem Berg bei Kobe untergeht! Andreas probiert die Gitarre aus, die wir dem Club geschenkt haben, zum Dank für überwältigende Gastfreundschaft. Und zu später Stunde wird noch die Karaoke-Maschine angeworfen und weiter gesungen.


Jun und ihr Mann


Commodore und Vize-Commodore am Grill


Georgette und Ryuji

Vor unserer Abreise faltet der Commodore des Clubs die deutsche Flagge zusammen und schenkt sie uns mit der Bemerkung, dass unsere ja doch schon sehr in die Jahre gekommen sei. Zum Abschied sind alle noch einmal frühmorgens da und helfen uns beim Ablegen und das Abschiednehmen fällt uns wieder sehr schwer!
Domo arigato gozaimashita! Vielen Dank! Danke schön!

Setouchi International Yacht Rally 2019

  1. – 26. Mai 2019

Bisher hatten wir noch nie an einer Rally teilgenommen, aber für Japan schien die Idee sehr verlockend. Wir stellten uns vor, dass wir in diesem Rahmen einfacher mit japanischen Seglern in Kontakt kommen könnten und mehr über das Land und die Menschen erfahren würden. In diesem Jahr waren wir die einzigen Ausländer waren, die sich dazu angemeldet hatten. Alle anderen Boote kamen aus Japan mit japanischer Besatzung.
http://cruisingjapan.org/wp1/setouchirally2019guide

Yuge – 1. Wochenende der Rally

Um 15.00h gibt es das erste informelle Treffen aller Teilnehmer in Yuge. KC Ohno, der Vorsitzende vom Japan Ocean Cruising Club und wundervoller Organisator der Rally, schrieb im Vorfeld, er erwarte eine Vorstellung der jeweiligen Crews in Japanisch und Englisch. Dieses bereitete mir ein paar schlaflose Stunden, bis mir aufging, dass das vielleicht nur für die japanischen Teilnehmer gelten würde? Denn unser Japanisch beschränkt sich nach den zwei Monaten im Lande leider immer noch nur auf ein paar Sätze für den täglichen Umgang, vorwiegend zum Begrüßen und Bedanken. Doch dann ist alles halb so wild: manche sprechen hervorragend Englisch, andere wiederum begnügen sich mit ein paar Sätzen und erzählen weiter auf Japanisch ausführlich über sich und ihr Boot, was wiederum KC Ohno zusammenfassend für uns übersetzt. Es ist jetzt schon abzusehen, dass es eine sehr nette und lustige Truppe sein wird. Die ersten Witze und Lacher fliegen schon – meist auf Japanisch – hin und her.

Und es dominieren die Herren – mit Georgette und mir sind erst einmal nur zwei Frauen mit dabei. Das hatten wir schon öfters gehört und gelesen, dass in Japan das Segeln erstens ein sehr exklusiver Sport ist und zweitens, dass es kaum Frauen gibt, die dem Hobby ihrer Männer etwas abgewinnen können. Georgette ist als junge Frau nach Japan gekommen und hat Französisch an der Uni unterrichtet und wir verstehen uns auf Anhieb sehr gut.

Abends gib es in der Gemeindehalle einen offiziellen Empfang. Dort erwarten uns junge Studenten vom Technischen College in Yuge mit Sushi-Platten und kühlen Getränken. Erst gibt es aber ein Gruppenbild mit allen, danach begrüßt uns der Bürgermeister von Yuge sowie der Rektor des Colleges und anschließend müssen wir Segler alle noch einmal nach vorne und ein paar Sätze über uns erzählen. Dieses Ritual wird uns von nun an bei fast allen Veranstaltungen begleiten.

Die Studenten stellen sich gemeinsam mit uns um die Tische herum und sobald jeder ein Getränk in der Hand wird gemeinsam „Kampai!“ gerufen und angestoßen. Die jungen Studenten sind alles andere als schüchtern und haben schon ein paar Fragen für uns überlegt – auf Englisch. Und wir lernen auch schon die drei jungen Mädchen kennen, die mit uns am nächsten Tag raus fahren werden.

Am nächsten Morgen schon vor 9.00h sind alle Studenten und ein paar ihrer Lehrer am Pier versammelt. Wir nehmen unsere Studentinnen an Bord: Nanaho, Mai und Ayidi, alle im 2. Jahr ihres IT-Studiums. Mit ihnen fahren wir für zwei Stunden in die Bucht raus. Wir erklären ihnen das Boot, es gibt ein Picknick an Deck mit selbstgebackenem Brot, Kaffee und Keksen und vielen Fotos – alle drei genießen es offensichtlich sehr, und wir auch.

Nachdem alle Boote wieder am Steg fest liegen, gehen wir einmal quer über die Insel zu einer kleinen Bucht mit weißem Sand und einer Strandpromenade mit Kiefernwäldchen dahinter. Dort haben  Studenten des Colleges Zelte aufgestellt und den Grill vorbereitet. Wir gruppieren uns um die Tische, wiederum jedes Boot mit „seinen“ Studenten, die uns immer wieder Schalen mit Gegrillten Würstchen und Fleisch und Gemüse an den Tisch bringen, das wir in eine dieser leckeren japanischen Saucen tunken. Da es kein anderes Besteck gibt, esse ich das erste Mal Würstchen eben mit Stäbchen – geht auch ganz gut. Bier und Sake wird reichlich zugesprochen und die Stimmung steigt entsprechend. Nachdem wir alles bis auf den letzten Krümel vertilgt haben, auch die drei Brote, die ich in der Früh gebacken hatte, wird aufgeräumt. Beeindruckend, wie schnell und effizient die Studenten sind.

Am Abend gehen wir Segler noch alle zusammen in ein Restaurant gegenüber. Nach und nach lernen wir die einzelnen Teilnehmer der Rally kennen und es ergeben sich interessante Gespräche.

Sonntagmorgen stehen Fahrräder bereit, wir bekommen zwei andere Studenten zugeteilt und einen jungen Physik-Lehrer. In kleinen Gruppen fahren wir los, über die große Brücke zur nächsten Insel und wieder zurück. Wir schauen uns Tempel an, fahren durch kleine enge Gassen, und überall gibt es gute Fotomotive. Am Hafen stehen schon in Stapeln die Lunchboxen bereit, die Studenten für uns zum Mittagessen zusammen gestellt haben. Solcherart gestärkt fahren wir die Uferstraße weiter zu einem Schwimmbad mit Meereswasser. Dort erwartet uns eine Überraschung – in einem kleineren Becken schwimmen Rosen auf der Wasseroberfläche und wie herrlich sie duften! Ob das jeden Sonntag so ist, oder nur an diesem, weil zufällig gerade Muttertag ist?

Die Studentinnen vom Vortag kommen vorbei und bringen uns Briefchen mit sorgfältig auf Englisch geschriebenem Dankeschön und es gibt noch mal ein gemeinsames Foto. Wir laden kurzerhand alle noch einmal aufs Boot ein. Auch die Jungs vom Nautischen Zweig kommen dazu und sehen sich interessiert im Boot um, wollen unbedingt den Motor und den Schwenkkiel sehen und fragen, ob sie vielleicht eine Runde mit dem Dinghi drehen dürfen. Ein Wochenende voller neuer Eindrücke – und eine wunderbare Idee, die Segler mit den Studenten zusammen zu bringen!

Toyoshima

Ab Montag haben wir fünf Tage lang freies Segeln, die Boote fahren alle in verschiedene Richtungen los. Wir wollen gar nicht so weit weg, nur einmal um die Ecke zu einer kleinen (fast) unbewohnten Inseln namens Toyoshima. Hier gefällt es uns auf Anhieb so gut, dass wir einfach mal drei Tage bleiben. Das Wasser ist klar, am Strand finden wir riesige Felsenaustern und an den großen Steinen wachsen in den Rillen Entenmuscheln zu Tausenden. Vom Steg in der Bucht geht es ein kurzes Stück hoch zu einem schönen blau angemalten Holzhaus in einem gepflegten Garten, fast wähnt man sich in Schweden. Rote Beeren wachsen im Wald und statt Pilzen gibt es frische Bambussprossen zum Ausgraben.

In dem Kubus ein Kunstwerk von Gerhard Richter: „14 Panes of Glass for Toyoshima, dedicated to futility“ (14 Glassscheiben für Toyoshima, der Vergeblichkeit gewidmet).

Bei Niedrigwasser machen wir uns an einem Morgen auf den Weg und wollen versuchen, die Insel am Ufer entlang zu umrunden. Es ist gar nicht so einfach, denn es gibt zwar kleine sandige Buchten, aber überwiegend müssen wir über Stock und Stein bzw. über viele große und kleine Felsen hinweg klettern. Es ist gut, sich zu bewegen und es gibt so viel zu entdecken. Muscheln, Algen, kleine Krebse und jede Menge Felsenasseln, die nach allen Seiten davon rennen, sobald unser Schatten auf sie fällt.

 

Nio Marina – 2. Wochenende der Rally

Am Samstag im Laufe des Tage trudeln die Boote nach und nach in der Marina von Nio ein. Wir sind nun auf dem „Festland“, der südöstlich gelegenen großen Insel Shikoku, berühmt vor allem für die Pilgerwege, die insgesamt 88 Tempel miteinander verbinden.

Am frühen Abend versammeln wir uns im ersten Stock im Yachtclub und die Willkommensparty ist eine echte Überraschung! Es gibt ein opulentes Buffet und zur Unterhaltung werden von einer kleinen Gruppe von Frauen Hawaiianische Tänze dargeboten. Beim letzten Tanz werden wir aufgefordert mitzumachen und da ich schon vom Stehempfang ein Glas Sake intus habe, lasse ich mich zusammen mit einigen unserer Mitsegler dazu überreden. Japaner und Deutsche sind gleich hüftsteif und wir können mit den echten Tänzerinnen in Hawaii sowieso nicht mithalten. Es ist einfach nur ein großer Spaß.

Sonntagvormittag ist ein gemeinsamer Ausflug geplant zum Berg Shiude nicht weit weg. Mit dem Bus fahren wir hoch und die letzten Meter laufen wir den schön angelegten Park zum Aussichtspunkt hoch mit einem herrlichen Ausblick auf die Inseln, wo wir die letzten Tage verbracht haben.


Lunchbox


Auf dem Rückweg gehen wir alle noch gemeinsam Kaffee trinken


Schuhe aus!

Nun haben wir wieder frei, aber die meisten Boote bleiben noch einen Tag im Hafen liegen, denn draußen bläst es und Regen hat sich angesagt. Wir sind für den Abend eingeladen auf den Katamaran „March“, wo  auch Georgette und ihr Mann als Crew mitfahren. Sie möchten uns eines ihrer Lieblingsessen zu Festtagen präsentieren: fein geschnittenes Fleisch, Tofu und allerlei Gemüse werden in einer großen Pfanne geköchelt und zwar in gesüßter Sojasauce. Der Spirituskocher steht in der Mitte des Tisches und jeder bedient sich aus der Pfanne, in die ständig Zutaten nachgelegt werden.

 

Wir unterhalten uns angeregt über Japan und Deutschland, denn der Skipper, Shitsukawa-San, hat für eine japanische Firma immer mal wieder einige Monate lang in Deutschland gearbeitet und kann lustige Geschichten aus den 80er Jahren erzählen, als er damals im Hessischen in einer Pension wohnte und sich mit den vielen deutschen Vorschriften und eigenartigen Gewohnheiten auseinandersetzen musste. Ein sehr schöner Abend, an dem wir viel diskutiert und viel gelacht haben.

Von Bella Vista nach Onomichi – 3. Wochenende der Rally

Das letzte Wochenende besteht im Wesentlichen aus Feiern, unterbrochen nur von zwei Ausflügen und einer kurzen Seestrecke. Am Donnerstag schon versammeln wir uns wieder in der Bella Vista Marina –Ein langer schön gedeckter Tisch erwartet uns im Restaurant der Marina, während wir uns beim Stehempfang erzählen, was wir die letzten Tage so erlebt haben. Eine Platte nach der anderen mit leckerem Essen wird aufgetischt, während wir die letzten Sonnenstrahlen genießen. Und wieder werden Reden geschwungen, dieses Mal jeweils mit bestem Dank and Kawasaki-San, dem Eigner der Motoryacht „Ocean Point“ und der Sponsor unseres Aufenthaltes hier. Bella Vista Marina ist nämlich sein Heimathafen.

Wir lernen ein weiteres Ritual kennen: alle klatschen auf ein Zeichen gemeinsam einmal in die Hände, dann ist die Party offiziell zu Ende. Der Abend aber noch nicht, denn es geht auf einer anderen Motoryacht im Hafen fröhlich weiter. Was wir inzwischen sicher wissen: die Förmlichkeit, für die Japan so bekannt ist, erstreckt sich aufs Berufsleben und den ersten Umgang miteinander. Wir haben aber in den letzten Wochen so viele gelöste, herzliche, fröhliche und witzige Menschen getroffen, sei es in großer oder kleiner Runde, dass wir diese Meinung längst revidiert haben.

Am Freitag gibt es wieder einen Ausflug, dieses Mal zu dem Shinshoji Zen-Tempel, der – gemessen an anderen mehrere Jahrhunderte alten Tempeln Japans – noch sehr jung ist. Er wurde erst in den 1960er Jahren gegründet. Einer der vier Mönche ist ein Deutscher, der für unsere Gruppe eine Meditationsübung abhält. Erst werden wir mit ein paar Grundregeln vertraut gemacht und dann sitzen wir ungefähr 15 Minuten still da. Es kommt uns beiden gar nicht so lang vor, vielleicht, weil Zeit auf dem Boot unterwegs während der Überfahrten eine andere Dimension bekommt. Aufs Meer schauen hat auch etwas meditatives…

Wir spazieren noch durch die große weitläufige Anlage und erleben zum Schluss noch eine etwas verkürzte Teezeremonie. Am liebsten würden wir noch den ganzen Nachmittag da bleiben und die Ruhe der Gärten genießen.

Abends versammeln wir uns alle wieder bei Ocean Point zu einer Party, bei der wir den schönen Sonnenuntergang in guter Stimmung genießen. Was für ein Glück wir mit dem Wetter haben!

Für den nächsten Morgen haben wir die Crew von „Yuimaru“ zu uns eingeladen: Shin-San war Lehrer und Rektor einer Grundschule, seine Studienfreundin Miharu-San ist ebenfalls Lehrerin und sein alter Schulfreund Shun-San arbeitet in der Verwaltung seiner Heimatpräfektur. Alle drei sind so überaus liebenswerte Menschen und wir freuen uns sehr, sie näher kennen zu lernen. Shin-San spielt ganz hervorragend Gitarre und so spielen und singen sie uns auch etwas vor. Wir schön! Und wir verabreden, dass wir uns unbedingt noch einmal zum Singen treffen müssen.

Danach tuckern wir alle weiter, gerade mal eine Stunde weit weg nach Onomichi, am Festland gelegen. Der kleine städtische Yachthafen liegt an einem Kanal, in dem immer eine sehr starke Strömung herrscht und es ist nicht gerade einfach, alle Boote da rein zu bekommen.

Oben an der Promenade sind schon Tische aufgestellt und wir werden mit Sekt empfangen! Abends sitzen wir unter freiem Himmel und werden wieder bestens verköstigt. Zur Unterhaltung wird ein Bingo-Spiel organisiert, eine gute Gelegenheit, japanische Zahlen zu lernen – Andreas ist richtig gut darin! So ziemlich jeder gewinnt etwas und als ich an der Reihe bin, suche ich mir den kleinen 24V Ventilator aus – sehr zur Belustigung aller, wo sie inzwischen alle wissen, dass wir ja weiter nach Alaska wollen und nicht in die Tropen.

Der letzte Tag der Rally beginnt mit einem Tempel-Spaziergang. Onomichi war ein bedeutender Umschlagplatz für den Handel innerhalb Japans zwischen Nord und Süd und die 33 großen Tempel zeugen vom Reichtum der Stadt bzw. ihrer Sponsoren. Alle 33 schaffen wir an diesem Vormittag nicht, aber doch einige. Danach fahren wir noch mit der Drahtseilbahn den Berg hoch zur Aussichtsplattform und laufen den Literaturpfad, der mit vielen schönen Steinen und kleinen Tempeln gesäumt ist, wieder runter.

Die Abschiedsparty findet in einem großen Lokal statt, das an der langen Uferpromenade gelegen ist und von der Ausstattung ein bisschen an die Schrannenhalle in München erinnert. Die letzten Reden werden noch geschwungen, jeder erzählt, wie schön es war und wohin die Reise in den nächsten Wochen geht. Etwas Wehmut macht sich schon breit und nicht nur bei uns auch das Bedauern, dass die Sprachbarriere zwischen uns und dem einen oder anderen Mitsegler doch zu hoch war, denn wir hätten uns noch so gerne viel mehr erzählen und voneinander erfahren wollen. Wir vertiefen an diesem Wochenende Freundschaften und knüpfen noch ein paar neue – und die Zeit ist am Ende doch viel zu kurz gewesen.

Zum Schluss kommen noch die Crews von „March“, „Simoon“ und „Yuimaru“ zu uns aufs Boot, insgesamt sind 11 Leute bei uns versammelt. Shin-San nimmt die Gitarre und legt los. Er spielt Lieder, die alle, aber auch alle kennen und textsicher mitsingen können. Es sind Lieder aus ihrer Jugend, Songs von Liedermachern, Popsongs. Wir sind erstaunt, beeindruckt und so sehr berührt, dass wir es gar nicht in Worte fassen können! Auch wenn wir die Texte nicht verstehen, so geht uns die Musik unter die Haut und die Stimmung im Boot sowieso. So viel Freude und Lachen beim Singen sieht man in den Gesichtern. Wir werden aufgefordert, auch etwas Deutsches zu singen und bringen Shin-San die Noten von Reinhard May „Über den Wolken“. Die Melodie ist so eingängig, dass schon bei der zweiten Strophe alle mitsummen.

Ein größeres Abschiedsgeschenk als dieses gemeinsame Singen an Bord hätten sie uns gar nicht machen können!

Und hier noch ein paar Videos von der Rally, von Tanaka-San zusammengestellt:

Landausflug

03. – 07. Mai 2019

Go in Okayama

Nach den vielen kleinen Inseln haben wir mal wieder Lust, eine große Stadt anzuschauen und planen einen dreitägigen Abstecher nach Okayama. Wir ankern in einem großen Hafenbecken, das Teil des Industriehafens ist. Der liegt zwar etwas abseits vom Zentrum, aber die Bushaltestelle ist nicht weit und zum Proviantieren sind ein paar große Supermärkte ganz in der Nähe.

Es ist das letzte Wochenende der „Golden Week“, der allgemeinen Urlaubswoche. Aber anders als in Deutschland sind in Japan die Läden auch an Feiertagen geöffnet und gerade weil alle Leute unterwegs sind, gibt es in den Einkaufsmeilen noch mal richtig viele Aktionen. So auch in Okayama: in der überdachten Fußgängerzone sind mitten drin viele Stände aufgebaut, die Kunsthandwerk verkaufen oder Essen anbieten und auch die Geschäfte haben zusätzliche Verkaufsflächen mit Kleidern, Geschirr usw. aufgestellt. In dem ganzen Trubel hätten wir den Go-Club fast übersehen, der ebenfalls einen Tisch nach Draußen gestellt hat. Wir bleiben stehen und Andreas wird sogleich eingeladen, eine Partie zu spielen, was er sehr gerne annimmt.


Leckere frisch ausgerollte Soba-Nudeln aus Buchweizen

Okayama hat einen der ältesten Gärten von Japan und den wollen wir uns auch ansehen. An diesem Tag sind wir aber nicht alleine da, es ist richtig voll. Wir teilen uns den schönen Garten mit vielen fröhlichen Menschen, die die Koi-Karpfen füttern, fotografieren oder im Biergarten Schlange stehen.

Die fliegenden Fische als Drachen werden in Japan überall an diesem Tag aufgehängt, denn es ist der Tag der Kinder!

Tommeln in Kurashiki

Am nächsten Tag, am Sonntag, fahren wir mit einem Regionalzug nach Kurashiki, einer kleineren Stadt, die noch einen gut erhaltenen historischen Stadtkern hat, mit einem malerischen Flussabschnitt, jetzt im Frühling blüht es überall und die Trauerweiden leuchten im hellen Grün. Kurashiki war und ist immer noch für seine Papierproduktion berühmt, auch das blaue Indigotuch wurde hier gefärbt und verarbeitet, die Vorläufer der Jeans, wenn man es so sehen will. Entsprechend viele hübsche kleine und größere Läden gibt es, in denen man stundenlang stöbern und einkaufen könnte. Und wieder haben wir Glück, es ist der letzte Tag, an dem noch viel Programm geboten wird, u.a. treten zwei Trommelgruppen auf. Die erste ist mittags dran, die Sonne scheint und die drei Trommler, zwei junge Frauen und ein junger Mann bearbeiten mit einer ungeheuren Energie und Begeisterung ihre Instrumente, während der Meister mit der Fahne ernst daneben steht. Es ist eine Freude, ihnen zuzusehen und sich von den Rhythmen mittragen zu lassen, sie zu bewundern, für die Kraft und Ausdauer, die sie dafür benötigen.

Als wir zum Fluss kommen, sehen wir dort eine Gruppe von Männern in einem Boot, die kleinere Trommeln bearbeiten, einer spielt Flöte dazu und ein weiterer Mann steht am Ruder. Der ganze Fluss ist voll gesäumt mit Menschen in Urlaubslaune.

Viele junge Frauen haben sich in Schale geworfen, sprich: sie tragen Kimonos, die man sich für einen Tag lang ausleihen kann. Bunte exotische Tupfer in der Menge.

Am späten Nachmittag tritt dann die zweite Gruppe der Trommler auf, der Platz ist inzwischen mit Zuschauern brechend voll. Auch sie spielen mit viel Kraft und Präzision ihre Stücke und werden entsprechend von der Menge bejubelt.

Bizen Keramik in Imbe

Wir beschließen, noch einen Ausflug zu unternehmen, dieses Mal nach Imbe wegen der berühmten Bizen Keramik. Tags zuvor hatten wir in Kurashiki eine schöne Ausstellung von sechs Keramikern aus der Imbe-Gegend bewundert und auch eine kleine Vase erstanden. Und nun wollen wir sozusagen zur Quelle fahren.

Es ist Montag und der letzte Feiertag, aber die Leute sind inzwischen alle auf dem Heimweg, so dass wir den Keramikort fast ganz für uns alleine haben.

Am Bahnhof holen wir uns noch einen Ortsplan von Imbe, auf dem die Keramikwerkstätten und -läden eingezeichnet sind und ziehen los. In diesem überschaubaren Ort konzentriert sich alles auf 2-3 Straßenzüge.

Die Bizen-Keramik kann man sehr leicht an den erdfarbenen Tönen erkennen, von Beige über Orange, überwiegend Braun mit etwas Grau und Schwarz. Die Oberfläche ist eher rau, denn die Objekte werden nicht glasiert, die Farben entstehen durch den langen reduzierten Brand und die Muster durch das Zusammenspiel der einzelnen Töpferwaren im Ofen. Manchmal sieht man Streifen auf den Schalen und Tellern, die stammen von Reisstroh, das dazwischen gelegt wurde.

In einem Laden spricht uns der Keramiker an, ob wir interessiert seien, einen Ofen anzuschauen? Die Nachbarwerkstatt gegenüber hat einen traditionellen Ofen, in dem gerade die Töpferwaren gebrannt werden. Sehr gerne nehmen wir das Angebot an und werden durch den Laden in den Hinterhof geleitet. Dort treffen wir auf eine junge Japanerin, Lehrling im 4. Jahr und eine Keramikerin aus Lausanne, die ganz glücklich ist, dass sie für zwei Monate bei einer Werkstatt mitmachen kann. Die beiden sprechen gut Englisch und können uns viel erklären. Der Ofen ist in mehrere Abschnitte unterteilt und leicht abschüssig gebaut, so dass man unterschiedliche Temperaturen und Zugbahnen der Luft damit erreichen kann. Er wird nur einmal im Jahr in Betrieb genommen, und ist mit rund 2.500 Stücken gefüllt, der Jahresproduktion der Werkstatt. Insgesamt brennt er 7-8 Tage lang und muss rund um die Uhr bewacht und mit Holzscheiten gefüttert werden. In einem ausliegenden Heft wird Logbuch geführt über die Temperaturen und die Menge der Holzbündel und Scheite, die verfeuert wurden. Ab und zu schaut der Meister vorbei und gibt weitere Anweisungen. Es ist eine Wissenschaft für sich, und es braucht jahrzehntelange Erfahrung, um diese besonderen Muster und Färbungen der Bizen Keramik zu erzielen.

In einem anderen Laden zeigt uns eine junge Frau einen sehr schön gemachten dicken Ausstellungskatalog über Bizen-Keramik. Es ist eine aktuelle Wanderausstellung in zehn Museen Japans, u.a. in Tokyo und Kyoto in der ihr Mann, ihr Schwiegervater und ihr Onkel jeweils mit ihren Keramik-Kunstwerken darin vertreten sind. Die Keramik, ob Vasen, Teller oder Tassen, die im Katalog abgebildet ist, und auch die die wir im Laden sehen können, kann man wirklich als Kunstwerke bezeichnen, so schön und einzigartig sind sie.

Am Ende finden wir noch eine kleine Vase, die zu jener passt, die wir tags zuvor erstanden haben. Sicher hätten wir noch viel mehr einpacken wollen, aber das hätte ein zu großes Loch in unseren Geldbeutel gerissen, denn die Bizen-Keramik wird nicht unter ihrem Wert verkauft.

Kunst und leere Häuser

29. April bis 4. Mai

Hunderte kleiner Inseln gibt es in der Seto Inlandsee. Mildes Klima (vom gelegentlichen Taifun einmal abgesehen), unverbaubarer Seeblick, landschaftlich wunderschön – lägen diese Inseln irgendwo in Europa, würden sich Hotels und Ferienhausbesitzer um die Grundstücke reißen. Hier aber wirken viele der Inseln wie ausgestorben: die großzügig angelegten Fischereihäfen halb leer, viele Häuser offenkundig leerstehend, oft auch verfallen. Wer braucht schon ein Ferienhaus bei 16 Urlaubstagen im Jahr? Auf der Straße sehen wir hauptsächlich Alte, denn die Jugend zieht es in die Großstädte. Japan ist noch schlimmer als westliche Industrienationen von der Überalterung der Gesellschaft betroffen, Arbeitskräfte in der Landwirtschaft fehlen, jahrhundertealte handwerkliche Traditionen drohen verloren zu gehen.

Doch es ist nicht alles düster. Auf vielen Inseln gibt es Initiativen, die Ortschaften wiederzubeleben oder Touristen anzulocken: eine lokale Brauerei, ein französisch angehauchter Bäcker, ein schmuckes kleines Café. Manche Inseln locken mit Spezialitäten: Ikuchijima ist berühmt für seine Zitronen, auf Shodoshima wird Olivenöl produziert, aus Kitagi kommt Granit für Grabsteine, Ogijima und Matabe werben mit ihrer großen Population an Straßenkatzen usw.

Einer der größten Publikumsmagneten ist aber die Kunst. Einige Inseln haben berühmte Kunstmuseen, und alle drei Jahre findet das Setouchi Art Festival statt. Und Glückspilze, die wir sind: 2019 ist solch ein Jahr. Wir haben uns schon im Vorverkauf ein Saisonticket gekauft und können damit auf zwölf Inseln Kunst anschauen. OK, das haben wir nicht ganz geschafft, wir haben uns auf die vier Hauptinseln beschränkt. Der Beginn des Art Festivals fiel zusammen mit der „Golden Week“, einer Reihe von Feiertagen, die die wichtigste Urlaubswoche des Jahres in Japan darstellt. Entsprechend voll war es natürlich, denn die Infrastruktur der Inseln mit ihren Restaurants, Fähren und Bussen ist normalerweise auf ein paar Hundert oder Tausend Einwohner ausgelegt und bricht unter dem Ansturm der nicht nur kunst-hungrigen Menschenmassen bisweilen zusammen. Aber überwiegend ist alles gut organisiert und wir genießen nicht nur die Kunstwerke an sich, sondern auch die gelassene Ferienstimmung der vielen Besucher. Dank der typisch japanischen Höflichkeit und Rücksichtnahme kommt auch bei Gedränge und Wartezeiten erstaunlich wenig Stress auf.

Die Kunstprojekte selbst stammen sowohl von japanischen als auch von international bekannten Künstlern. Es ist die für moderne Kunst so typische Mischung, von „hmmm“ bis spannend, von „wow“ bis „na ja“. Viele Werke nehmen die geschilderte Problematik der Landflucht auf. Die Reihe der Arthouse Projekte z.B. baut verlassene Häuser zu Kunstprojekten um, indem sie entkernt und neu gefüllt werden, etwa mit Wasser-, Klang- und Lichtinstallationen, skurrilen Töpferkunstwerken, an Spinnweben anmutende gespannte Schnüre etc. Überall im Freien stehen Skulpturen herum, oft wird dabei die Landschaft oder Ortsgeschichte mit einbezogen.

Unser Favorit war das Kunstmuseum in Teshima, ein linsenförmiger Betonbau mit zwei runden Löchern im Dach, in dem nichts ausgestellt war (es gäbe ja auch keine Wände zum Aufhängen von Bildern), und wo nur die meditative Präsenz des Gebäudes an sich im Vordergrund steht. Aus stecknadelgroßen Löchern im Boden werden Wassertropfen gepumpt, die auf dem glatten, nicht ganz waagerechten Boden entlangrinnen, auf ihrem Weg andere Tropfen mitnehmen, sich zu kleinen Rinnsalen und schließlich Pfützen vereinigen, von wo aus sie wieder im Boden verschwinden. Und überall in den kleinen Wasserkunstwerken spiegelt sich das Gebäude selbst mit seinen zwei Löchern, durch die der Himmel hereinscheint. Klingt in der Beschreibung vielleicht nicht nach viel, ist aber hinreißend schön. Dass man dabei nasse Socken bekommt (denn die Schuhe muss man natürlich draußen ausziehen), stört dabei kaum.