Ichimonji Yacht Club

29. Mai – 03. Juni 2019

Am Tag nach der Rally tuckern wir los in Richtung Osten, wir folgen der Einladung unserer Mitsegler vom Katamaran „March“, sie in ihrem Yachtclub zu besuchen und dort die letzten Vorbereitungen für die Abfahrt nach Alaska zu erledigen.
Wir melden uns per Funk, als wir in der Nähe sind und schon kommt uns das Dinghi des Clubs entgegen, um uns hinein zu geleiten. Die Muktuk ist für diesen Hafen eigentlich etwas zu groß, daher müssen wir mit dem Heck zum Land anlegen und vorne den Anker als weitere Sicherung rauswerfen. Ein kniffliges Manöver, denn die Muktuk fährt rückwärts wie sie will, mal so mal andersrum.
Wir sind in einem privaten Yachtclub mit etwa 50 Mitgliedern, die Boote liegen alle in einer Reihe an dem Schwimmsteg. Die Anlage mit Küche, Gemeinschaftsräumen, Werkstatt, Duschen und die Stege – alles ist in Eigenarbeit liebevoll aufgebaut worden. Und es hängt uns zu Ehren eine funkelnagelneue deutsche Flagge aus! Aber das ist noch nicht alles: wir dürfen die Waschmaschine nutzen, die Fahrräder für die Fahrten zum Supermarkt in die Stadt nehmen und am Samstag wird eine „welcome party“ für uns organisiert! Wir sind überwältigt und sprachlos von so viel herzlichem Willkommen!

Wir werden gleich am ersten Abend auf Georgettes Boot eingeladen, und wieder sitzen wir in vertrauter Runde zusammen, mit unseren Mitseglern von der Rally. Am übernächsten Tag lädt uns Shitsukawa-San zu einem Lokal ein, das traditionelles Kushikatsu anbietet, allerlei Leckereien paniert und in heißem Öl ausgebacken.
Georgette fährt uns am Samstag mit ihrem Auto zu den Supermärkten, damit wir die schweren und voluminösen Sachen für die nächsten drei Monate einkaufen können. Vorher haben wir schon lange Listen geschrieben und in den Supermärkten geschaut, was es wo zu kaufen gibt. So sind wir auch in knapp zwei Stunden fertig und das Auto bis oben hin voll mit Kartoffeln, Möhren, Klopapier, Reis, Mehl, Zucker, Sake, Bier und Vieles mehr. Im Club angekommen lassen die Segler alles stehen und liegen und packen mit an: innerhalb von zehn Minuten ist das Auto ausgeräumt und die Sachen alle an Deck!
Am frühen Abend startet dann die Party: Jun-San, die mit ihrem Mann an zwei Wochenenden der Rally auch mit dabei war, hat ein paar Boxen mit vielen verschiedenen kleinen Häppchen vorbereitet. Es sind Holzschalen, die man übereinander stapelt und in einem schönen Tuch transportiert. Wenn an Neujahr die Familien zusammen kommen, bringt jeder solche Boxen mit. Jun-San wollte uns sehr gerne dieses traditionelle Essen präsentieren. Schön sieht es aus und köstlich ist es noch dazu! Es wird gegrillt, Steak, Gemüse, Teigtaschen und Okonomiyaki. Wir sitzen an den Tischen draußen und genießen die Abendsonne, die langsam über dem Berg bei Kobe untergeht! Andreas probiert die Gitarre aus, die wir dem Club geschenkt haben, zum Dank für überwältigende Gastfreundschaft. Und zu später Stunde wird noch die Karaoke-Maschine angeworfen und weiter gesungen.


Jun und ihr Mann


Commodore und Vize-Commodore am Grill


Georgette und Ryuji

Vor unserer Abreise faltet der Commodore des Clubs die deutsche Flagge zusammen und schenkt sie uns mit der Bemerkung, dass unsere ja doch schon sehr in die Jahre gekommen sei. Zum Abschied sind alle noch einmal frühmorgens da und helfen uns beim Ablegen und das Abschiednehmen fällt uns wieder sehr schwer!
Domo arigato gozaimashita! Vielen Dank! Danke schön!

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