La Palma – die grüne Insel

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Die westlichste Insel der Kanaren und die erste, die wir beide kennen lernen: hier liegen wir sehr ruhig im Hafen von Puerto de Tazacorte gut geschützt durch gleich zwei große Kaimauern, kaum ein Wind weht hier. Da kann die Muktuk dann auch länger bleiben, bevor wir die nächste längere Reise Ende November in Richtung Karibik antreten.

La Palma, sagt man, ist die grünste Insel der Kanaren und noch vom Massentourismus weitgehend verschont. Viele Urlauber sind trotzdem da, es ist landschaftlich wunderschön hier, zum Wandern, Baden und Entspannen. Die Haupturlaubszeit ist hier und überall auf den Kanaren allerdings der Winter, wenn die Mittel- und Nordeuropäer dem ungemütlichen Wetter für ein paar Tage entfliehen wollen.

Das Bussystem ist gut ausgebaut und wird vor allem von den Einheimischen genutzt. Auch wir lernen den Fahrplan und die Buslinien nach und nach kennen.

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Um die Ecke beim Hafen sind zwei Strände mit schwarzem Kies, Ferienwohnungen, Restaurants drum herum, es ist viel los am Nachmittag und Abend. Der Ort Tazacorte liegt ein paar Höhenmeter weiter oben, fünf Minuten mit dem Bus oder fünfzehn zu Fuß durch die Bananenplantagen. Von dort hat man einen wunderschönen Blick übers Meer. Fünfzehn Busminuten weiter im Inneren liegt Los Llanos, die größte Stadt der Insel, mit einer schönen Fußgängerzone, vielen Läden, Cafés, Restaurants, einem kleinen Marktgebäude.

Und es gibt sehr viele Deutsche hier, Touristen wie Auswanderer: z.B. in Los Llanos finden wir ein gemütliches Café von zwei Deutschen Konditormeistern betrieben, mit bestem Käsekuchen und selbstgemachtem Eis, die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel liegen aus; dann ein hübsches Restaurant mit kanarisch-venezolanischer Küche von einer jungen Deutschen und ihrem venezolanischen Mann betrieben; wir entdecken einen Gemüseladen, auch von einem deutschen Ehepaar betrieben, die hier am Vormittag die Bio-Produkte ihres Betriebes verkaufen und bei größeren Mengen auch zum Boot liefern. Ungewohnt für uns, nach diesem einem Jahr in Galicien, dass wir kaum noch dazu kommen, spanisch zu sprechen.

Eine der schönsten Wanderungen geht in die Caldera de Taburiente, einer riesigen Schlucht von 8km Durchmesser, die sich zum Inneren hin immer mehr verjüngt. Kiefernwälder, wilde Felsenlandschaft, wir gehen erst durch ein trockenes Bachbett voller Kiesel, aber die Anstrengung wird belohnt, bald kommt ein Naturschwimmbecken, und zu Abwechslung baden wir mal in Süßwasser.

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An einem anderen Tag werden wir von Mike und Uli, einem befreundeten Seglerpaar vom Nachbarsteg, eingeladen, mit ihrem Auto eine Rundfahrt zum Nordwesten der Insel zu unternehmen: zuerst zu einem malerischer kleiner Fischereihafen, eine Bar zum Kaffeetrinken davor, dann geht es weiter nach Los Tilos, einer kleinen Schlucht, mit dem größten zusammenhängenden Lorbeerwald der Insel, seit einigen Jahren ein Biosphärenreservat. Hier ist ein Informationszentrum eingerichtet, Picknick-Tische in Terrassen, wo wir uns zu Mittag gemütlich hinsetzen, nachdem wir eine kurze Wanderung zum Wasserfall unternommen haben. Auf dem Rückweg sehen wir noch ein paar Drachenbäume und können uns davon überzeugen, dass La Palma wirklich eine grüne Insel ist – der Westen fängt die Regenwolken und die Feuchtigkeit ein und von hier aus geht das weit verzweigte System der Wasserkanäle, Leitungen und Bassins los, das für die Bananenplantagen dringend gebraucht wird. Es war ein schöner Tag. Eine Stegparty steigt noch am Abend, wir sitzen vor unserem Boot, erzählen, singen bis spät in die Nacht.

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